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Smarte Gebäudetechnik – Überregionale Fachveranstaltung der neuen Fachschule für Gebäudesystemtechnik an den Technischen Schulen Steinfurt fand Anklang

 

FSG Info2019

 

Wie können wir den großen Bedarf an Fachkräften im Bereich der vernetzten Gebäudeautomation decken? Dieser von Schulleiter Thomas Dues zu Beginn gestellten Frage gingen Vertreter aus Wirtschaft, Schule und Hochschule im Rahmen einer Fachveranstaltung an den Technischen Schulen Steinfurt nach.

 

Prof. Martin Hötteke von der Fachhochschule Steinfurt hob in seinem einführenden Statement den großen Bildungsbedarf in diesem Bereich hervor. Um die Energiekosten für 19,5 Mio Gebäude (immerhin 40% der Gesamtenergie) effizient und sinnvoll zu nutzen, ist ausgefeilte und umfangreiche Gebäudetechnik nötig. Für den großen Bedarf an Automation wird heute und zukünftig viel Entwicklungspersonal gesucht. Damit ergeben sich auch in unserer Region hervorragende Berufsaussichten – ein Plus für die Fachhochschule und für das Berufskolleg.

 

Auch Holger Wallmeier von der Firma agn/siganet in Ibbenbüren strich den großen Personalbedarf hervor, der sich besonders für die Planung und Ausführung der Systemtechnik in großen Gebäuden ergibt. Die hohen Technikkosten, die heute im Vergleich zu den Hochbaukosten anfallen, erfordern eine die einzelnen Gewerke übergreifende Planung. Ein Verständnis für Bautechnik, Heizung/Sanitär/Klima (HSK), Elektro- und Netzwerktechnik und viel Interesse an Kommunikation ist für Fachkräfte gleichermaßen wichtig.

 

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Bernhard Pieper (Fa. Deos, Rheine) vertrat den Technologieführer für effiziente IT-sichere Gebäudetechnik. Auch er betonte das notwendige Zusammenspiel der verschiedenen Gewerke. Daraus ergebe sich der besondere Bedarf an ganzheitlichen Komponenten in der Gebäudeautomation. Er sehe in der Gebäudetechnik eine Branche der Zukunft und begrüße die Initiative der Technischen Schulen Steinfurt, stellte Pieper heraus.

 

Lars Henkemeier (Fa. Trox-HGI, Hörstel) sah im systemischen Zusammenspiel von Anlagenautomation und Sicherheitstechnik ein grundlegendes Merkmal der Gebäudesystemtechnik. Die Zukunft liege sowohl in der Systemintegration und in digitalen Konzepten wie dem Building Information Modeling (BIM), betonte er.

 

Reiner Zwilling, Leiter der Arbeitsagentur Rheine, unterstrich in seinem Beitrag ebenfalls den großen Arbeitskräftemangel im Bereich HSK und Gebäudeautomation im Münsterland. Gerade in den technischen Berufsfeldern der Elektro und SHK-Technik sei der Fachkräftemangel schon heute eklatant!

Eine Antwort auf den Aus-und Weiterbildungsbedarf ist die Einrichtung der neuen vierjährigen Fachschule für Gebäudesystemtechnik an den TS Steinfurt. In Abendform werden sich junge Fachkräfte ab dem Sommer zum Staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Gebäudetechnik weiterbilden.

 

Andre Mewald und Jürgen Ungruh von den Technischen Schulen fanden bei den Experten viel Zuspruch bei der Vorstellung des schulischen Konzepts dieser neuen Fachschule. In den ersten drei Studienjahren wird in den Lernsituationen jeweils die Verbindung von Elektrotechnik, Informationstechnik und Versorgungstechnik im Vordergrund stehen. Im vierten Jahr wird ein reales Projekt in Verbindung mit einem Betrieb die Grundlage für die Examensarbeit sein.

 

Um dieses Weiterbildungsangebot zu realisieren, hat das Berufskolleg in Trägerschaft des Kreises hat in den letzten Monaten beträchtliche Mittel in die technische Ausstattung von Gebäudeautomation, IT und Versorgungstechnik investiert.  Die Technischen Schulen in Steinfurt stellen sich mit diesem ortsnahen und praxisbezogenen neuen Schulangebot den aktuellen Erfordernissen dieser Zukunftsbranche.