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Von Lithium-Ionen- und Bleiakkus sowie dem ersten E-Bike von 1881 – Projektvortrag des Technischen Gymnasiums Steinfurt

 

Gespannt warteten die Schüler des Technischen Gymnasiums der Technischen Schulen des Kreises Steinfurt auf den Vortrag von Prof. Dr. Reinhart Job (Fachhochschule Steinfurt). 

Die Lernenden entwickeln im Rahmen eines Erasmusplus Projektes  „Easy loading-Green driving“ zusammen mit vier anderen Staaten eine Ladestation für E-Bikes, die die E-Bikes induktiv und regenerativ auflädt. Dies stellt eine geballte Herausforderung dar, weil die Ladestation auch die regenerativ erzeugte Energie speichern muss, wenn sie durchgängig funktionieren soll.

 

Zunächst präsentierten die Schüler ihren derzeitigen Arbeitsstand und nannten ihre Probleme, insbesondere bei der Energiespeicherung. Anschließend informierte Herr Job über diese Technik, wobei schnell deutlich wurde, welche Vorteile (einfach und ungefährlich) und Nachteile der Bleiakku (sehr schwer und eine geringe Energiedichte) in Bezug auf derzeit gängige Lithium-Ionen-Akkus hat, die zwar eine hohe Energiedichte aufweisen und leichter sind, die aber zu exothermen Reaktionen (Verpuffungsgefahr/Brand) neigen, sofern sie nicht 100% dicht sind. Schon geringste Mengen von Wasser, wie z.B. durch die Luftfeuchtigkeit, können diese exotherme Reaktion erzeugen. Dass ein Lithium-Ionen-Akku daher nicht aufgebohrt werden darf, war allen Beteiligten sofort klar.

 

Neben dem notwendigen chemischen Grundwissen über die Speicherung von Energie kamen aber auch die Geschichte und die Probleme der Zukunft nicht zu kurz. Denn bevor der Verbrennungsmotor seinen Siegeszug antrat, war die elektrische Mobilität zunächst die erste Wahl, wenn es um die automatisierte Fortbewegung ging. So fuhr Gustave Trouvé schon 1881 mit seinem „Tricycle“ durch Paris und auch das erste Auto „La Jamais Contente“ des Belgiers  Camille Jenatzy, welches über 100 km/h fuhr, war elektrisch betrieben.

 

Für die Zukunft sieht es aber eher problematisch aus - zumindest für die Speicherung mit Lithium-Ionen-Akkus - da die derzeit bekannten Lithiumvorkommen nicht ansatzweise ausreichen, um eine Grundlage für eine verbreitete neue Elektromobilität zu bilden.