
RÜCKBLICK: Abschied, Aufbruch und ein geknackter Jackpot
AKTUELLES: Firma Dömer und TSST kooperieren
Zu Beginn des neuen Schuljahres blicken wir noch einmal zurück auf einen der Höhepunkte des vergangenen Schuljahres: Die Entlassfeier für die Abiturientia. Eine kleine Motivation für alle, die im neuen Schuljahr 2026/2027 einen Abschluss anstreben – ob es das Abitur ist oder ein anderer Bildungsabschluss. Wir wünschen schon jetzt allen viel Glück und Erfolg!
Freude, Stolz, Erleichterung und ein Hauch von Wehmut: Mit diesen Gefühlen verabschiedete sich die Abiturientia 2026 des Beruflichen Gymnasiums der Technischen Schulen Steinfurt von drei gemeinsamen Jahren voller Lernen, Herausforderungen und besonderer Erlebnisse.
HUMORVOLLE MODERATION
Charmant und humorvoll führten Anna Nobbenhuis und Rosa Schulze-Severing durch die festliche Abiturfeier. Schulleiter Jochen Jocher begrüßte Eltern, Angehörige, Freunde und das Kollegium und gratulierte den Absolventinnen und Absolventen zum bestandenen Abitur und den zusätzlich erworbenen beruflichen Kompetenzen.
DU BIST GUT GENUG!
„Hinter jedem Zeugnis stehen Geschichten“, betonte Abteilungsleiterin Anne Kleine-Ruse. Schule sei in den vergangenen Jahren nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch der Begegnung und persönlichen Entwicklung gewesen. In Anlehnung an den Song „Du bist gut genug!“ der Band Blumengarten gab sie dem Jahrgang mit auf den Weg: „Seid stolz auf euch, bleibt neugierig und glaubt an euch selbst. Ihr seid gut genug.“
MUT FÜR EIGENEN WEG
Auch Dieter Simon, stellvertretender Landrat des Kreises Steinfurt, erinnerte daran, dass das Abitur kein Soloprojekt sei, und dankte Eltern und Lehrkräften für ihre Unterstützung. Mit einem augenzwinkernden Vergleich zur digitalen Lebenswelt ermutigte er die jungen Menschen, nicht jedem vermeintlichen „Dopamin-Kick“ zu folgen, sondern ihren eigenen Weg bewusst zu gestalten: „Entwickelt euren ganz persönlichen Algorithmus! Denkt selbstständig, lebt Demokratie und habt den Mut, euren eigenen Weg zu gehen.“
GEMEINSAME ERLEBNISSE
Nach kreativen Einlagen des Literaturkurses blickte Timon Just für den Abiturjahrgang auf prägende gemeinsame Erlebnisse zurück – darunter das Demokratieprojekt „Verbrannte Worte“, das Retreat auf Norderney und die Studienfahrt nach Prag.
JACKPOT ERARBEITET
Passend zum Abimotto „Abi Las Vegas“ griff Elternvertreter Christian Schulze-Severing das Bild des großen Gewinns auf: „Ihr habt den Jackpot nicht gewonnen – ihr habt ihn euch erarbeitet.“ Im Namen der Eltern gab er den Absolventinnen und Absolventen vier Sätze mit auf den Weg: „Wir haben dich lieb. Wir sind froh, dass du da bist. Du bist gut, wie du bist. Wir sind stolz auf dich.“
Nach musikalischen Beiträgen der Schulband folgten die feierliche Zeugnisübergabe und die Auszeichnung der Jahrgangsbesten. Den emotionalen Schlusspunkt setzte das Abschlussvideo „Sternstunde“.
APPLAUS UND TRÄNEN
Zwischen Applaus, Umarmungen und mancher Träne wurde deutlich: Ein gemeinsames Kapitel endet, ein neues beginnt. Die Technischen Schulen Steinfurt verabschieden einen besonderen Jahrgang mit Stolz und den besten Wünschen für die Zukunft. Und mit der Botschaft dieses Tages: Ihr seid gut genug!
FOTOS: Rieke Kamer und Luis Beckmann beim „Blick zurück“; Bruno Hoffstedde mit Lehrkräften bei Ehrung als Bester im Gymnasium Ingenieurwissenschaften; Rosa Schulze Severing und Timo Max Just bei der Ehrung als Beste im Gymnasium Gestaltung; Anna Nobbenhuis und Timon Max Just bei der Vergabe des Physikpreises; und eine Aufnahme von der gesamten Abiturientia 2026.
NAMEN ABITURIENTIA 2026:
Gymnasium Gestaltung
Beuting, Jara; Koers, Finja; Krain, Mario; Schulte-Austum, Leni; Schulze Severing, Rosa; Weglage, Johanna (alle Emsdetten); Gaupel, Mara; Just, Timon; Plugge, Inka; Thal, Juul (alle Metelen); Beckmann, Luis (Neuenkirchen); Brüffer, Lea (Ochtrup); Grühsinger, Kim; Kamer, Rieke; Linz, Frederike; Polla, Valentina (Steinfurt); Abbing, Marie; Göcken, Constance; Raue, Greta (alle Wettringen).
Gymnasium Ingenieurwissenschaften
Huge sive Huwe, Nico; Middler, Maurice (beide Emsdetten); Andres, Philip; Gerdemann, Lutz (beide Greven); Dundars, Niks; Lippen, Lennart; May, Hennes (alle Horstmar); Bauer, Johann (Metelen); Tertilt, Lenny (Münster); Außendorf, Lilly (Neuenkirchen); Hoffstedde, Bruno; Nobbenhuis, Anna (beide Ochtrup); Osterholt, Lion (Rheine); Baldy, Jonas (Steinfurt).
Der Metallbau ist ein spannender und abwechslungsreicher Bereich. Und er hat Zukunft. Das wissen viele Jugendliche aber nicht. Genau deshalb hat die Firma Dömer aus Nordwalde schon vor einiger Zeit die Initiative ergriffen, um eine vielversprechende Kooperation mit den Technischen Schulen des Kreises Steinfurt (TSST) zu starten.
DER SCHÜLER UND DIE LEHRER
Den Stein ins Rollen brachte der ehemalige TSST-Schüler und jetzige Projektleiter bei Dömer, Dennis Hintzen, indem er sich zu einem inhaltlichen Austausch mit seinen beiden früheren Lehrern Devid Signorello und Jürgen Ungruh in seiner ehemaligen Schule traf. Danach gab es einen Gegenbesuch der beiden Lehrkräfte, die mit Schülern der Höheren Berufsfachschule Ingenieurtechnik zu einer Betriebsbesichtigung anreisten.
HOCHMODERNE TÜR
Die Kooperation nahm danach richtig Fahrt auf und die Firma Dömer fertigte mit Unterstützung der bundesweit tätigen Firmen Rütü und GEZE sowie der Nordwalder Tischlerei Lembeck ein individuelles Modell einer hochwertigen modernen Sicherheitstür an.
AUF MESSEN UND IM UNTERRICHT
Zur Übergabe der Sicherheitstür fand kürzlich ein Treffen in netter Atmosphäre statt, an dem neben den oben genannten Vertretern auch Andreas Kuhlmann von der Firma Rütü sowie einige Lehrkräfte der Technischen Schulen teilnahmen. Die Sicherheitstür wird demnächst auf Berufswahlmessen und im Unterricht eingesetzt.
PRAXISNAH
„Die Technischen Schulen sind Dömer und den anderen Firmen sehr dankbar für die große Unterstützung im Hinblick auf einen praxisnahen Unterricht“, sagt Lehrer David Signorello. Alle Beteiligten seien sich sicher, dass auch das Image des Metallbaus im Kreis Steinfurt ein mächtiges Upgrade erhalten wird.
WORKSHOP GEPLANT
Demnächst soll auch ein Workshop stattfinden, bei dem ein Experte der Firma Rütü einige Lehrkräfte der Technischen Schulen praxisnah fortbildet. „Die Vorfreude ist groß und die Kooperation kann schon jetzt als großer Erfolg gewertet werden“, heißt es abschließend in der Mitteilung der Technischen Schulen.
„Frieden ist nie selbstverständlich, sondern ein fragiles Gut, das geschützt, verteidigt und immer wieder neu errungen werden muss.“ Mit dieser klaren Botschaft eröffnete Militärpfarrerin Daniela Fricke vom evangelischen Militärpfarramt Münster ihren Vortrag an den Technischen Schulen. Auf Einladung der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (GSP) und der Schule sprach die Theologin vor mehr als 100 Zuhörerinnen und Zuhörern – neben zahlreichen Schülerinnen und Schülern auch viele interessierte Bürgerinnen und Bürger – über die Neuausrichtung der evangelischen Friedensethik.
Gleich zu Beginn formulierte Fricke einen zentralen Gedanken ihres Vortrags: „Frieden ist immer gerecht – bei Unrecht ist kein Frieden möglich.“ Frieden müsse deshalb das unverrückbare Ziel politischen und gesellschaftlichen Handelns bleiben müsse. Krieg hingegen könne niemals ein anzustrebendes Ziel sein. Dennoch müsse man anerkennen, dass die Realität von Ungerechtigkeit, Gewalt und Bedrohung gekennzeichnet sei. Unter eng gefassten Voraussetzungen könne deshalb militärische Gewalt zur Verteidigung gerechtfertigt sein.
NEUE DENKSCHRIFT
Fricke erläuterte damit die Position der neuen Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die im Anschluss an den Überfall Russlands auf die Ukraine erarbeitet worden ist. Im Mittelpunkt der neuen Denkschrift stünden vier Dimensionen des gerechten Friedens: an erster Stelle der Schutz vor Gewalt, gefolgt von der Förderung von Freiheit, dem Abbau von Ungleichheiten und einem friedensfördernden Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt. Der Schutz vor Gewalt sei dabei die Voraussetzung für alles Weitere.
MORALISCHER KOMPASS
Die Denkschrift reagiere auf eine Welt, die zunehmend von geopolitischen Spannungen, hybriden Bedrohungen, technologischen Risiken und den Folgen des Klimawandels geprägt sei. Die Bergpredigt Jesu bleibe zwar ein wichtiger moralischer Kompass, könne jedoch keine staatliche Ordnung ersetzen. „Eine Gesellschaft braucht Gesetze, Gerichte und im äußersten Fall auch militärische Mittel, um Gewalt zu stoppen“, machte die Militärpfarrerin deutlich.
VERTEIDIGUNG UND VERWEIGERUNG
Dabei verwies sie auch auf Martin Luther, der bereits 1526 die Frage gestellt habe, ob Soldatsein und christlicher Glaube miteinander vereinbar seien. Sein berühmter Satz „Auch ein Soldat kann in den Himmel kommen“ zeige, dass Gewaltanwendung unter bestimmten Bedingungen – etwa zur Verteidigung – legitim sein könne. Zugleich habe Luther aber das individuelle Gewissen betont und Soldaten die Pflicht auferlegt, ihr Handeln kritisch zu prüfen – und notfalls den Dienst an der Waffe zu verweigern.
ENTTÄUSCHTE HOFFNUNGEN
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie sehr das Thema die Zuhörer bewegt. Besonders ältere Besucher schilderten ihre Enttäuschung darüber, dass sich die große Hoffnung auf eine dauerhaft friedlichere Welt nach dem Ende des Kalten Krieges und der deutschen Wiedervereinigung nicht erfüllt habe.
SORGE UM KINDER UND ENKEL
Einige berichteten, dass sie in ihrer Jugend aus pazifistischer Überzeugung den Wehrdienst verweigert und an großen Demonstrationen gegen Aufrüstung (Pershing II-Stationierung) teilgenommen hätten. Angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der wachsenden Bedrohungslage haben einige ihre Haltung zum Dienst an der Waffe inzwischen jedoch überdacht. Andere äußerten ihre Sorge um ihre Kinder und Enkelkinder, die womöglich in einer Welt aufwachsen müssten, in der Krieg wieder zur politischen Realität gehöre.
VERWEIS AUFS VÖLKERRECHT
Pfarrerin Fricke nahm den Bezug zur Gegenwart auf. Die Dimensionen eines gerechten Friedens, wie sie in der EKD-Denkschrift formuliert wurden, finde man im Völkerrecht wieder. Dem widerspräche aber zum Beispiel der Krieg Russlands gegen die Ukraine, und auch die Angriffe der USA und Israels sowie die Gegenschläge Irans seien in dieser Hinsicht äußerst kritisch zu sehen. „Wie soll denn es bei Unrecht Frieden geben können?“
APPELL AN JUGEND
Fricke appellierte zum Schluss an die Verantwortung jedes Einzelnen. Demokratie, Menschenrechte, Meinungsfreiheit und offene Gesellschaften seien keine Selbstverständlichkeiten. „Ich möchte in Freiheit in dieser Demokratie weiterleben können“, sagte sie. Dafür müsse jeder auf seine Weise dazu beitragen, dass die Gesellschaft stark genug bleibe, Frieden und Freiheit auch in schwierigen Zeiten zu bewahren. Ein Appell, der sich besonders auch an das jugendliche Publikum in den Technischen Schulen richtete.




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